Willkommen bei der SPD Hochdorf!


Karsten Rößler (Vorsitzender)

Wir freuen uns, dass Sie den Weg zu uns gefunden haben. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Aktivitäten des Ortsvereins und die Arbeit der SPD-Gemeinderätinnen und -Gemeinderäte sowie über die Arbeit der SPD allgemein.

Bei der im Mai 2019 stattgefundenen Kommunalwahl hat die Hochdorfer SPD entgegen dem Bundestrend ein starkes Ergebnis erzielt. So konnten wir unsere bisherigen 3 Sitze im Gemeinderat halten und haben den Hinzugewinn einen vierten Sitzes nur knapp verfehlt. Mein Dank gilt den Wählerinnen und Wählern für das entgegengebrachte Vertrauen. Und natürlich den Kandidatinnen und Kandidaten unserer Liste, die sich mit großem Engagement im Wahlkampf eingebracht haben. Danke an Euch alle für diese tolle gemeinsame Erfahrung!

Unser Ortsverein und unser Gemeinderats-Team steht für eine in jeder Hinsicht nachhaltige und solidarische Ortsentwicklung und den Schutz unserer natürlichen Ressourcen in Hochdorf. Bei uns stehen nicht Parteiinteressen im Vordergrund, sondern gesunder Menschenverstand. Dafür setzen wir uns in den kommenden Jahren mit voller Kraft im Hochdorfer Gemeinderat ein.

Namens des SPD-Ortsvereins wünsche ich Ihnen allen besinnliche Weihnachtsfeiertage und einen guten Start in das Jahr 2020, Glück und Gesundheit.

Mit freundlichen Grüßen

Karsten Rößler
Vorsitzender

P.S.: Mitglied in der SPD können Sie HIER werden.

 

06.03.2020 in Topartikel Aktuelles

Haushaltsrede 2020 von Beate Schmid (Fraktionsvorsitzende SPD-Gemeinderatsfraktion Hochdorf)

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, sehr geehrte Damen und Herren,

Strukturwandel – Verkehrswende – Klimawandel – Agrarwende - Demografischer Wandel - Energiewende - Digitaler Wandel - Industriewende - Das sind nach wie vor die Schlagworte unserer Zeit. Damit gehen die großen Krisen der Gegenwart einher wie Verlust der Biodiversität, wachsende soziale Ungleichheit, Armut, Hunger, Flucht und Vertreibung, Krieg und Terrorismus, zunehmender Rassismus und Nationalismus. Untragbare Äußerungen der Trumps, Erdogans, Johnsons, Orbans, Salvinis sowie politischer Kräfte mitten in Deutschland und ihre unfassbaren Verhaltensweisen dürfen nicht länger Vorbild sein für Bürger, die sich benachteiligt oder abgehängt fühlen.

 

Auch wir als Gemeinde Hochdorf verantworten einen Teil des Ganzen mit unseren kommunalpolitischen und haushälterischen Überlegungen und die Entscheidungen erweisen sich teilweise als Kompromiss, als mehr oder weniger gelungener Spagat. Das Eine tun, dabei das Andere nicht lassen erfordert Einsicht in Zusammenhänge, und wir wollen uns mühen, keinen der bedingenden Faktoren aus dem Auge zu verlieren. Wenn wir etwas wenden wollen, dann muss sich zuerst die Gesellschaft wenden oder wandeln, auch unser Denken und Handeln. Wir brauchen quasi den „Verhaltenswandel“, der sich in unserer Sprache und im Umgang miteinander und mit allem, was uns anvertraut ist, zeigen muss. Unsere Prioritäten verschieben sich immer mehr. Man schwärmt von künstlicher Intelligenz, manche versprechen sich davon große Erleichterungen und ich bin mir nicht sicher, ob mit dieser Errungenschaft immer intelligent genug umgegangen wird. Unser Wunsch für Hochdorf: Bei allem Fortschritt geerdet bleiben, kritisch sein, mitdenken.

 

Vermutlich fiele es gar nicht groß auf, wenn ich die HH-Rede vom letzten Jahr halten würde, denn in weiten Teilen gilt sie noch genau so, das wird man auch an unseren HH-Anträgen erkennen, bei denen wir uns angesichts der angekündigten Pflichtaufgaben zurückhalten. Es müssen auch nicht immer wieder alle geplanten Projekte aufgezählt und auf in den vergangenen Jahren durchgeführte verwiesen werden.

 

Es ist allerdings gut, Frau Haller, dass Sie uns dezent aber deutlich auf den Status quo hinweisen: wir sind eigentlich am Limit. Der Ergebnishaushalt kann nur aufgrund der darzustellenden finanziellen Konsequenzen aus der Hofäckerumlegung ausgeglichen werden, was nun ein einziges Mal rein optisch beeindruckt.

 

Dass wir weniger an  Gewerbesteuerumlage abführen müssen, bringt uns nicht viel: wir sind eine Kommune mit geringem Gewerbesteueraufkommen. An dieser Stelle wird deutlich, dass das Gewerbegebiet „Mittleres Feld“ bei stetig steigenden Kosten für Hochdorf sehr bedeutsam sein wird.

 

Nun müssen wir festlegen, wohin unsere kommunale Entwicklung gehen soll und darf und wo die Grenzen sind. Wir müssen ein verträgliches, ökologisches und ökonomisches Gleichgewicht definieren. Insofern bedeutet der kommunale Haushalt immer ein Bedingungsgefüge, das uns ständig bewusst und klar sein muss: es bedeutet, dass wir die Dinge zu Ende denken. Die Entscheidungen des Gemeinderats dürfen sich nicht an momentanen Wünschen und Vorstellungen orientieren, sondern müssen seriös im Hinblick auf künftige Bedarfe und Notwendigkeiten sowie deren Kalkulierbarkeit und Machbarkeit getroffen werden.

 

In unserem sozialen und demokratischen Verständnis sind für ein funktionierendes Zusammenleben die Bereitschaft zu offener, ehrlicher Kommunikation, das gemeinsame, solidarische  Bewältigen von Anforderungen und das Identifizieren mit der Heimatgemeinde Voraussetzung. Wir freuen uns natürlich, dass unser Antrag auf Erwerb der Friedenskirche mit Zustimmung aller Fraktionen umgesetzt wurde, weil wir darin alle einen großen Mehrwert für Hochdorf sehen. Aber auch bei den weiteren Anträgen aus 2019 geht es um den Mehrwert für die Hochdorfer Mitbürgerinnen und Mitbürger, darum verweisen wir auf diese Anträge erneut: Nichts davon hat sich erledigt oder entscheidend gebessert, nicht die Radwege, nicht die Situation der Ladeinfrastruktur, der Beschilderung „freiwillig Tempo 40“, nicht die Friedhofsituation und nur minimal die Leerfahrten der Rexerbusse, nicht wesentlich die Situation des ÖPNV, und die Veränderung unserer Grünflächen hin zu echten Ökosystemen muss ein ständiges Anliegen sein.

 

Nicht nur in der Pädagogik weiß man vom Lernen durch natürliche Konsequenzen. Aber wollen wir es tatsächlich darauf ankommen lassen? Wie weit wollen wir gehen, wie lange warten wir, was riskieren wir?

 

Das Erkennen, wann es nötig und richtig ist, eine Situation neu zu bewerten und gegebenenfalls eine Entscheidung zu revidieren bedarf einer gewissen Sensibilität und ist durchaus kein Makel. Es ist vielmehr ein Zeichen dafür, dass ein Gremium immer bereit und willens ist, Gespräche zu führen, Entscheidungen zu aktualisieren und auf Relevanz und Sinnhaftigkeit zu überprüfen.

 

Wir haben gehört, dass wir in den kommenden Jahren mit einer deutlichen Kostensteigerung vor allem im Bereich der Kinderbetreuung und mit Kosten für die Sanierung kommunaler Liegenschaften zu rechnen haben. Offen, flexibel und auch kreativ müssen dann unsere Überlegungen sein. Was muss sein, worauf können wir verzichten?

 

Nicht jeder hat das Glück, in Hochdorf eine Zeit erlebt zu haben, in der die Wiesen bunt, die Wälder gesund, die Landwirtschaft kleinteilig und biologisch, die Streuobstwiesen gepflegt und geschätzt und der Verkehr erträglich war. Das gab es einmal, dafür gab es Vieles nicht -  und keiner will das Rad zurückdrehen. Aber für eine intakte Umwelt und den Erhalt unserer grünen und ländlichen Umgebung müssen wir deutlich mehr tun – und uns festlegen, dass mit der Entwicklung des mittleren Feldes die Außenentwicklung ausgereizt ist. Der Engpass auf dem Hochdorfer Wohnungsmarkt ist damit wohl etwas entschärft, vorerst jedoch zu einseitig: wir wollen, dass sich Hochdorf zu einer Quote entschließt, die das Bauen von bezahlbarem Wohnraum anteilmäßig festlegt und sichert.

 

Mit dem Thema „Wohnen“ ist auch das Thema ÖPNV verbunden. Wer Wohnraum sucht, wird sich dahin orientieren, wo es eine gute Anbindung durch öffentlichen Personennahverkehr gibt. Wir lesen, dass es vom Bund für dessen Ausbau mehr Geld für die Länder und Kommunen gibt und fragen: wo genau steckt unser Hochdorfer Anteil?

 

Reizthema in Hochdorf ist nach wie vor der Verkehr und die Parksituation. Ein grundsätzliches Parkkonzept ist nötig, zumindest für den Ortskern sollte man über Anwohnerparkausweise nachdenken. Garagen sollen für Pkw genutzt werden, als solche wurden sie beantragt und genehmigt. Gegebenenfalls muss man sich sonst auf etwas weitere Fußwege einstellen.

 

Im Hinblick auf Mobilität muss auch das gesamte Thema „Radverkehr“ auf unserer Agenda bleiben. Ganz sicher kann man dieses und einige weitere Themen interkommunal effektiver und nachdrücklicher voranbringen.

 

Liebe Hochdorferinnen und Hochdorfer, wir freuen uns, wenn wir von Ihnen Anregungen bekommen, wenn Sie uns Ideen und auch Kritik zukommen lassen, denn wir sind uns durchaus im Klaren darüber, dass unsere Anträge manchen nicht gefallen. Dann lassen Sie uns miteinander reden, wir bevorzugen das persönliche Gespräch, auch wenn es politisch korrekt scheint, die Welt mit „tweets“ oder gar anonymen Kommentaren zu überziehen….

 

Eingangs erwähnte ich unseren Wunsch für Hochdorf und möchte ergänzen: es muss uns darum gehen, ein Profil zu finden für Hochdorf, das zukunftstauglich ist und dabei zu uns passt: dörflich, herzlich, nachbarschaftlich, ökologisch, kreativ, kommunikativ und offen wollen wir sein.

Und lasst uns nicht vergessen, dass sich angesichts der neuen Entwicklungen manche unserer Themen als Luxusproblem darstellen.

 

Schließen möchte ich mit dem Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung. Dem vorgelegten Haushaltsplan 2020 und der Haushaltssatzung stimmen wir vorbehaltlich der Beratungen im Gemeinderat zu.

 

Im Namen der SPD-Gemeinderatsfraktion danke ich für Ihre Aufmerksamkeit.

Margret Messerle – Karsten Rößler - Beate Schmid

10.02.2020 in Aktuelles

Kein Fußbreit dem Faschismus!

 

Am 23. Januar 1930 verhalfen Parteien, die sich selbst als bürgerlich bezeichneten, der NSDAP in Thüringen zur ersten Regierungsbeteiligung auf Landesebene: Aus dem „Experimentierfeld“ (Adolf Hitler) wurde bald der „Mustergau“ Thüringen – ein Vorzeigeprojekt des Nationalsozialismus.

Bei der kürzlich stattgefundenen Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen, fast auf den Tag 90 Jahre später, haben FDP und CDU keine Hemmungen gezeigt, als es darum ging, gemeinsam mit der vom völkischen „Flügel“ dominierten Thüringer AfD einen linken Ministerpräsidenten zu stürzen und stattdessen einen Politiker in dieses Amt zu hieven, dessen Partei gerade einmal fünf Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen konnte.

Die Vorgänge in Thüringen lassen uns Sozialdemokraten ziemlich fassungslos zurück. CDU und FDP haben in Thüringen einen Grundkonsens, auf dem die Bundesrepublik Deutschland aufbaut, gebrochen. Keine Zusammenarbeit mit Nazis. Die Wahl eines Ministerpräsidenten einer 5%-Partei mit Stimmen der AfD war ein abgekartetes Spiel.


Für uns Sozialdemokraten gilt auch für die Zukunft: Keine Kooperation mit Faschisten. Die SPD wird niemals eine Regierung oder einen Ministerpräsidenten unterstützen, der mit den Stimmen der AfD an die Macht gekommen ist.


Für uns gilt: Kein Fußbreit dem Faschismus!

Seit über 156 Jahren sind wir als SPD das Bollwerk der Demokratie in unserem Land. Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten verteidigen und schützen die Demokratie immer dann, wenn die extreme Rechte ihre hässliche Fratze in diesem Land zeigt. Lassen Sie uns gemeinsam gegenhalten!

16.01.2020 in Aktuelles

Rede des Vorsitzenden Karsten Rößler beim Neujahrsempfang des SPD-Ortsvereins Hochdorf

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Kuttler, sehr geehrte Damen und Herren Kolleginnen und Kollegen Gemeinderäte, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Hochdorferinnen und Hochdorfer, liebe Genossinnen und Genossen,

ich möchte Sie ganz herzlich Willkommen heißen zu unserem traditionellen Neujahrsempfang des SPD-Ortsvereins Hochdorf. Ganz besonders begrüßen möchte ich unseren heutigen Redner, den Landtagsabgeordneten, Kreisrat, Stadtrat, Bürgermeister a.D. und früheren Hochdorfer Gemeinderat Nicolas Fink. Ich freue mich sehr, dass wir Dich als Redner für unseren Neujahrsempfang gewinnen konnten und Du wieder einmal den Weg in Deine alte Heimat Hochdorf gefunden hast, wo Deine politische Karriere als Mitglied im Gemeinderat begann. Herzlich willkommen!

Begrüßen möchte ich auch ganz herzlich unsere Musiker der Gruppe „die zwei“. Ihr gehört ja sozusagen schon zum Inventar unseres Neujahrsempfangs. Es freut mich sehr, dass Ihr unseren Neujahrsempfang wieder mit Eurer Musik bereichert. Schön, dass Ihr da seid!

Meine sehr geehrten Damen und Herren, lassen Sie mich Ihnen allen zunächst namens des SPD-Ortsvereins Hochdorf alles Beste für das neue Jahr wünschen. Ich hoffe, dass Sie alle gut in das neue Jahr gestartet sind. Vor allem wünsche ich Ihnen Gesundheit, Zufriedenheit, Glück und Erfolg in allen Bereichen.

Sie haben es bemerkt: Sie werden in diesem Jahr nicht von Frau Bagdahn begrüßt. Dies liegt daran, dass es 2019 einen Wechsel in der Führung des SPD-Ortsvereins Hochdorf gegeben hat. Frau Bagdahn hatte sich nicht mehr zur Wahl als Vorsitzende gestellt. Über viele Jahre hat Frau Bagdahn den Ortsverein mit viel Engagement und Herzblut geführt. Gleiches gilt für Ihre langjährigen Ämter als Gemeinderätin und stellvertretende Bürgermeisterin. Die Leistungen von Frau Bagdahn wurden auch von Seiten der Wählerschaft honoriert – Sie war zuletzt Stimmenkönigin im Hochdorfer Gemeinderat. Sie hat ihre Meinung immer klar nach außen vertreten und auch Konflikte nicht gescheut – aber es ging ihr dabei immer um eine gute Entwicklung für unseren Ort. Ich möchte Dir liebe Andrea auch an dieser Stelle namens des SPD-Ortsvereins nochmals ganz herzlich für Dein langjähriges Engagement danken. Und ich denke, das ist einen Applaus wert. Ich freue mich, dass sich Andrea Bagdahn auch weiterhin als aktives Mitglied in unserem Ortsverein und Mitglied des SPD-Kreisvorstands für die Sozialdemokratie einsetzt.

Danken möchte ich auch allen Mitgliedern und Freunden des Hochdorfer SPD-Ortsvereins, die sich für unseren Ortsverein eingesetzt haben. Wir hatten ja im vergangenen Jahr Kommunalwahlen, bei denen uns die Hochdorfer Wählerinnen und Wähler ihr Vertrauen geschenkt und uns – entgegen dem bundespolitischen Trend – zu einem sehr ordentlichen Ergebnis verholfen haben. Dieser Erfolg wäre nicht möglich gewesen, ohne die vielen engagierten Helferinnen und Helfer, die Prospekte entworfen, getextet, Flyer verteilt, plakatiert und noch vieles mehr getan haben. Namentlich erwähnen möchte ich an dieser Stelle Sigmund Zinßer, der seit über 40 Jahren Mitglied in unserem SPD-Ortsverein ist und fast genauso lange als Kassier des Ortsvereins ehrenamtlich tätig ist. Ganz herzlichen Dank lieber Sigmund für Dein beachtliches Engagement!

Und dann waren da noch die Menschen, die bereit waren, sich auf unserer Liste für die Gemeinderatswahl zur Wahl zu stellen. Was mich besonders gefreut hat: es waren sehr viele jung Menschen, die wir als Kandidatinnen und Kandidaten gewinnen konnten und es waren gerade die jungen Kandidaten, die bei der Wahl auch starke Ergebnisse für unsere Liste eingefahren haben. Ich möchte Euch allen für Euer Engagement und die tolle und erfolgreiche und motivierende Zusammenarbeit danken.

Wir starten in das neue Jahr 2020 aber auch in ein neues Jahrzehnt. Ich weiß nicht, ob es Ihnen genauso geht wie mir – ich habe den Eindruck, dass wir in ein neues Jahr und ein neues Jahrzehnt starten, in dem wir mit enormen Herausforderungen konfrontiert sind. Als Gemeinde, als Land, in Europa und als Menschheit. Und zwar mit Herausforderungen, die teilweise von existenzieller Bedeutung sein könnten, aber auch mit Herausforderungen, die unsere Gesellschaft und unser soziales Miteinander wesentlich beeinflussen werden.

Beispiel 1 - Herausforderung Klimawandel:

Die Wissenschaft hat bereits längere Zeit keinen Zweifel daran, dass es einen menschengemachten Klimawandel gibt und dass dringender Handlungsbedarf besteht, um den Anstieg der Temperaturen und des Meeresspiegels, Dürren, Naturkatastrophen und in der Folge auch Flüchtlingsströme in bislang nicht gekanntem Ausmaß und Anderes zu verhindern bzw. einzudämmen. Ganz aktuell sehen wir in Australien, welch verheerende Folgen der Klimawandel haben kann. (Stand heute : 26 tote Menschen und 1 Mrd. tote Tiere aufgrund der verheerenden Waldbrände). Nur noch wenige Menschen, wie z.B. US-Präsident Trump oder Rechtspopulisten in Deutschland  bezweifeln entgegen aller wissenschaftlichen Erkenntnisse und Fakten den voranschreitenden Klimawandel. Eine in höchstem Maße unverantwortliche Verhaltensweise wider den gesunden Menschenverstand.

Um den Anstieg der Erdtemperatur einzudämmen ist schnelles und konsequentes Handeln erforderlich. Das Klima-Paket der Bundesregierung ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Weitere Schritte müssen und werden folgen. Und auch wir alle müssen und werden unser Konsum- und Mobilitätsverhalten ändern.

Beispiel 2 - Herausforderung Biodiversität, Artensterben:

Der Weltbiodiversitätsrat der Vereinten Nationen hat im Frühjahr 2019 unter Einbindung von 800 Wissenschaftlern weltweit und unter Auswertung der zur Verfügung stehenden Daten und unter Billigung aller beteiligter Länder festgestellt, dass sich unsere Erde mitten im 6. Artensterben der Erdgeschichte befindet und 1 Mio. Arten weltweit vom Aussterben bedroht sind. Dies gilt – auch wenn wir von Streuobstwiesen umgeben sind, auch für Hochdorf. Denn oftmals handelt es sich bei zwar grün aussehenden Wiesen nur noch um „grüne Wüsten“.

Festgestellte Ursachen u.A.: Flächenverbrauch durch Baugebiete, der massive Einsatz von Pestiziden und Herbiziden in der Landwirtschaft, sowie das Konsumverhalten insbesondere der Menschen in den reichen Ländern unserer Erde. Bezogen auf unsere verbliebenen Streuobstwiesen sind die Ursachen u.A. zu frühes und zu häufiges Mähen der Wiesen, Düngung und das Mulchen. Wenn nicht zeitnah deutliche Maßnahmen ergriffen werden, droht ein massenhaftes Aussterben von Arten und das Kollabieren ganzer Ökosysteme. Auch dies stellt in Konsequenz eine existenzielle Bedrohung für uns Menschen dar – z.B. in Bezug auf die Nahrungsversorgung.

Beispiel 3 - Herausforderung Digitalisierung/Künstliche Intelligenz:

Wir leben im Zeitalter der Digitalisierung. Das gesellschaftliche Zusammenleben wird in immer stärkerem Maße geprägt durch die sozialen Medien. Die Informationsbasis dort ist in vielen Fällen nicht Faktenbasiert und die Kommunikation in den sozialen Medien verroht zusehends.

Sachen werden mit künstlicher Intelligenz ausgestattet. Sachen treffen in immer stärkerem Maße selbständig Entscheidungen. Wie gehen wir damit um, dass künstliche Intelligenz wahrscheinlich bessere Entscheidungen innerhalb komplexer Systeme und komplexer Fragestellungen treffen kann, als wir Menschen? Wird staatliches Handeln und unsere privaten Entscheidungen vor diesem Hintergrund zukünftig von künstlicher Intelligenz geleitet? Und wer beherrscht diese Systeme? Und was bedeutet dies alles für unsere Gesellschaft insgesamt und unsere Demokratie? Wird Meinungsbildung im Volk steuerbar? Entwickeln wir uns durch zunehmende Digitalisierung zum Überwachungsstaat? Wer hat Zugriff auf welche Daten?

An diesen Beispielen wird deutlich, welche komplexen Herausforderungen im neuen Jahrzehnt anstehen. Und ich glaube, das verunsichert viele Menschen. Denn: viele Frage sind nach wie vor offen. Fragen, auf die es aufgrund der Komplexität der Zusammenhänge keine einfachen Antworten gibt. Und hier machen es sich Populisten und insbesondere die Rechtspopulisten leicht. Sie tun so, als ob es nur schwarz/weiß gibt, und als ob es für die offenen Fragen einfache Antworten geben würde. Leider erhalten die Populisten derzeit von viel zu vielen Menschen in unserem Land und weltweit Zustimmung. Von Menschen, die sich durch einfache Antworten ansprechen lassen. Das ist gefährlich, denn Populisten und Rechtspopulisten spalten und schüren Hass und Aggression und gefährden damit unser gesellschaftliches Zusammenleben und unsere Demokratie und auch das Friedensprojekt Europäische Union. Wie Populisten den Weltfrieden gefährden können, sehen wir ganz aktuell im nahen Osten in der Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran.

Seien wir also wachsam, treten wir Populisten und Hetzern entschieden entgegen – im Privaten, im Beruflichen und in Vereinen und durch politisches Engagement. Zeigen Sie Flagge für unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat!

Nun will ich Sie aber nicht mit solch ungewissen und negativen Botschaften ins neue Jahr schicken. Noch ist Zeit zum Handeln und es wurden ja bereits erste Schritte zum Schutz des Klimas und der Artenvielfalt unternommen. Der CO2-Ausstoß in Deutschland ist im vergangenen Jahr überraschend deutlich zurück gegangen – allerdings nicht im Straßenverkehr. Und auf Ihrer Tagung in Radolfzell haben Umwelt- und Naturschützer von BUND und NABU in der vergangenen Woche anerkannt, dass seitens der Politik bereits erste Zielführende Maßnahmen in Baden-Württemberg für den Artenschutz unternommen worden sind, wenngleich diese bislang das Artensterben nicht aufhalten konnten.

Es wurden bereits Schritte unternommen und es müssen zeitnah weitere Schritte unternommen werden, um die genannten Herausforderungen zu meistern. Dies muss – und hier schlage ich eine Brücke zum Vortrag von Nicolas Fink - auf allen Ebenen passieren. Bei den Vereinten Nationen, in Europa, im Bund, im Land und auf kommunaler Ebene. Wir alle müssen uns einbringen. Es gibt nicht „die da oben“ im Bundestag oder im Europaparlament. Wir alle sind „die da oben“. In einer Demokratie geht die Macht vom Volke aus. Klima- und Artenschutz fängt bei jedem von uns im Vorgarten und bei unserem Mobilitäts- und Konsumverhalten an. Deshalb lade ich Sie herzlich ein, sich zu engagieren. Und auch der Hochdorfer Gemeinderat sollte seine Entscheidungen stehts im Hinblick auf die genannten Herausforderungen prüfen.

Wir Sozialdemokraten werden uns in den Gremien für die uns die Wählerinnen und Wähler ihr Vertrauen geschenkt haben entsprechend einsetzen und auch wir Hochdorfer Sozialdemokraten werden unsere Ideen hierzu im Gemeinderat einbringen.

Zum Ende bleibt mir, Ihnen nochmals alles Gute für das neue Jahr zu wünschen! Nach einer musikalischen Einlage von „die zwei“, gebe ich das Wort weiter an Herrn Bürgermeister Kuttler und anschließend an Herrn Nicolas Fink. Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Newsticker

01.04.2020 19:27 Tracking-Apps müssen Freiwilligkeit, Privatheit und Datenschutz gewährleisten
SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken begrüßt das Ergebnis der Arbeit von 130 Wissenschaftlern an einer Handy-App gegen die Ausbreitung von Corona- Infektionen: „Mit Hochdruck arbeiten Wissenschaft und Politik in aller Welt an Lösungen, wie die Ausbreitung der Corona-Infektion gestoppt oder zumindest gebremst werden könnte. Der Einsatz einer Handy-App, die relevante Kontakte mit anderen App-Nutzern registriert und im Fall einer

01.04.2020 10:54 Corona-App kann zur Eindämmung des Virus wichtigen Beitrag leisten
Heute wurde eine App vorgestellt, die zur Eindämmung des Coronavirus beitragen soll. SPD-Fraktionsvizin Bärbel Bas und der digitalpolitische Sprecher Jens Zimmermann begrüßen dies.  Bärbel Bas, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion : „Im Kampf gegen die Corona-Pandemie können Handys helfen, Infektionsketten sichtbar zu machen. Die Inkubationszeit kann bis zu 14 Tage dauern. Umso wichtiger ist es, Kontaktpersonen von Infizierten schnell ausfindig zu

01.04.2020 10:53 20 Jahre Erneuerbare-Energien-Gesetz: Deutschland hat Beispiel gesetzt
Vor 20 Jahren wurde das Erneuerbare-Energien-Gesetz verabschiedet. Was für einen Meilenstein das EEG für Deutschland darstellt und was heute besonders wichtig ist, erklärt SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch. „Das war ein Meilenstein auf dem Weg in das Zeitalter der Erneuerbaren Energien. Deutschland hat mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vor 20 Jahren – auch international – ein Beispiel gesetzt. Das

Ein Service von websozis.info